POLEN
Als die Republik Polen am 1. Mai 2004 der Europäischen Union beitrat, war sie mit einer Einwohnerzahl von über 38 Millionen der bevölkerungsreichste aller neuen EU-Staaten und auch jener Staat mit der höchsten Arbeitslosigkeit der EU-25. Seit dem Beitritt zur EU hat Polen rasche Veränderungen erzielt: Einhergehend mit einem stabilen Wirtschaftswachstum von 4-5% konnte auch die nationale Erwerbslosenquote auf unter 10% gesenkt werden.
Polens Wirtschaft konzentriert sich auf einige große Industriezentren in den Ballungsräumen, ein erheblicher Anteil der Bevölkerung ist in der Landwirtschaft beschäftigt. Während der Transformationsphase kam es im Zuge von Modernisierungen zu großen Umstrukturierungs-problemen, deren Folgen noch bis heute nachwirken. Polen hat mit dem demographischen Problem einer alternden Bevölkerung zu kämpfen, aber auch mit dem Problem der Abwande-rung vieler Jugendlicher aufgrund einer enorm hohen Jugendarbeitslosigkeit von noch immer 21%. Durch gezielte Maßnahmen versucht die polnische Regierung seit Jahren erfolgreich den zum Teil massiven Abwanderungstendenzen entgegenzuwirken.
Wie bei den anderen neuen EU-Mitgliedsstaaten von 2004 bzw. 2007 macht die Republik Österreich auch gegenüber Polen von Übergangsregelungen im Bereich der EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit Gebrauch.
Angesichts dieser Ausgangslage ist es für Österreich von großer Bedeutung, die arbeitsmarkt-politischen Kooperationen mit Polen zu intensivieren, insbesondere in den Bereichen der Ar-beitsmarktservices und Arbeitsmarktbeobachtung. Diesbezügliche Verwaltungsübereinkom-men auf Ministeriumsebene sowie die Durchführung von thematischen Seminaren, bilateralen Treffen und Arbeitsmarktkonferenzen sind geplant bzw. bereits in Umsetzung begriffen.