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LETTLAND

Die Republik Lettland ist am 1. Mai 2004 der Europäischen Union beigetreten. Sie ist flächenmäßig etwa so groß wie Bayern und hat 2.3 Millionen Einwohner, von denen ein Drittel in der Hauptstadt Riga leben. Die beiden größten lettischen Bevölkerungsgruppen sind die Letten mit ca. 60% Anteil an der Bevölkerung und die Russen mit ca. 30%.

Lettland ist am 20. Dezember 2007 dem Schengen-Abkommen beigetreten. Der Beitritt zur Euro-Zone wird 2012/2013 angestrebt. Die lettische Währung LAT ist seit 2005 an den Euro gebunden.

In der innereuropäischen Zusammenarbeit hat für Litauen die nordische/baltische Zusammenarbeit Priorität, gefolgt von jener mit Österreich und Deutschland.

In der EU-Strukturfondsperiode 2007-2013 stehen Lettland 4,6 Milliarden Euro zur Verfügung, von denen 98% auf das Ziel 1 (Konvergenz) und 2% auf das Ziel 3 (Europäische Territoriale Zusammenarbeit) entfallen. Zusätzlich stehen Mittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und dem Europäischen Fischereifonds (EFF) zur Verfügung. Die Herausforderung der nächsten Jahre wird sein, diese Mittel auch abzuholen.

Die Wirtschaft Lettlands verzeichnete - ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau - in den Jahren nach dem EU-Beitritt das höchste Wachstum in der gesamten EU mit BIP-Wachstumsraten von 2005 bis 2007 von über 10%. Die jedoch gleichzeitig damit einhergehende Steigerung der Inflationsrate auf über 17% (Mai 2008, Eurostat) führte zu einer deutlichen Abschwächung des Wachstums auf drei bis vier Prozent seit Beginn 2008.

Der lettische Arbeitsmarkt weist eine Beschäftigungsquote von 68,3% (2007) auf, ein Wert, der über dem Durchschnitt der EU-27 liegt und zu den höchsten in den 2004 und 2007 der EU beigetretenen Staaten zählt. Lettland verzeichnet auch bei den Beschäftigungsquoten von Frauen und älteren ArbeitnehmerInnen hohe Werte.

Der lettische Arbeitsmarkt leidet durch die starke Abwanderung nach Irland, Großbritannien und Schweden an einem Arbeitskräftemangel. Als Reaktion auf diese Entwicklung fand eine starke Anhebung des Lohnniveaus statt, die sich 2007 auf 30% belief.

Für ArbeitnehmerInnen aus Drittländern gibt es Kontingente an Arbeitsbewilligungen, für die Unternehmen bezahlen müssen, wobei die lettische Wirtschaft eine Erhöhung dieser Quoten fordert. Für ArbeitnehmerInnen aus Bulgarien und Rumänien besteht seit dem EU-Beitritt dieser beiden Staaten Freizügigkeit.

Die Arbeitslosenquote betrug 2007 6% und liegt damit unter dem Durchschnitt der anderen 2004 beigetretenen Mitgliedstaaten und auch unter dem Wert der EU-27. Besonders auffallend ist dabei der niedrige Wert bei den Langzeitarbeitslosen, der 2007 bei nur 1,6% lag. Es wird allerdings damit gerechnet, dass sich in Folge des Wirtschaftsabschwungs die Gesamt-Arbeitslosenquote in den Jahren 2008 und 2009 erhöhen wird.

Die Herausforderungen am lettischen Arbeitsmarkt der kommenden Jahre sind die Bewältigung der demographischen Entwicklung mit einer negativen Geburtenrate und einem Wandel hin zu einer alternden Bevölkerung, die Anpassung der Bildungsinfrastruktur an die Erfordernisse der Wirtschaft, die Senkung der Jugendarbeitslosigkeit, die Steigerung der wirtschaftlichen Aktivität der Bevölkerung durch die Förderung von Unternehmensneugründung und der Ausgleich der regionalen Disparitäten am Arbeitsmarkt (starkes Gefälle zwischen städtischen und ländlichen Regionen).

Die Sektion Arbeitsmarkt plant den Aufbau einer bilateralen arbeitsmarktpolitischen Kooperation mit Lettland. Durch Workshops, Seminare, Konferenzen und Exkursionen soll der Informations- und Erfahrungsaustausch gefördert werden und zur Bildung eines tragfähigen Netzwerks für die arbeitsmarktpolitische Zusammenarbeit führen.